CUSTOMBIKE

Das Magazin für Umgebaute Motorräder


CUSTOMBIKE versteht sich seit über 20 Jahren als DAS Magazin für umgebaute Motorräder. Wir präsentieren vom Low-Budget-Bike des Privatschraubers bis hin zum High-End-Custom vom Profi alles, was sich auf zwei Rädern bauen lässt. Marken- und stilunabhängig ist das Magazin CUSTOMBIKE niemandem außer seinen Lesern verpflichtet.

CUSTOMBIKECUSTOMBIKE, Deutschlands großes Magazin für exklusive Motorräder und Umbauten, erscheint seit 1992. In beeindruckenden Bikeporträts stellt das Magazin topaktuelle Custombikes vor und zeigt die neuesten Szenetrends.

Der große Technik- und Ratgeberteil informiert über aktuelles Zubehör, innovative Motorradtechnik und gibt wertvolle Praxistipps zum Thema Motorrad und Customizing. 

CUSTOMBIKE berichtet über deutsche und internationale Szene-Events. Im Terminkalender findet der Leser wichtige Infos zu bevorstehenden Topveranstaltungen. Weitere Themen sind Personalities, spektakuläre Motorradreisen und Berichte zum Thema Motorradumbau und der aktuellen Rechtslage.

Editorial der aktuellen CUSTOMBIKE-Ausgabe

Eigentlich sind Nachrichten von Behörden und Staatsstellen für uns Custombiker in der Regel nicht die besten: Neue Verordnungen hier, Jagd auf Starrrahmen und zu laute Auspuffanlagen dort, Fahrverbote für Innenstädte und überhaupt, Individualisten Steine in den Weg legen, wo es nur geht. Aber jetzt endlich dürfen wir uns freuen – noch leise und verhalten, aber im Idealfall bald laut und aus vollstem Herzen. Was ist passiert?

In seiner Sitzung vom 15. Februar 2019 beschloss der Bundesrat die Liberalisierung des § 21 StVZO, der die Betriebserlaubnis für Einzelfahrzeuge regelt. Damit dürfen in Zukunft alle zugelassenen Prüforganisationen Vollgutachten und Einzelabnahmen vornehmen. Bisher war das in den westlichen Bundesländern ausschließlich dem TÜV vorbehalten, während in den neuen Bundesländern lediglich die DEKRA diese durchführen durfte. Das sogenannte Vollgutachten wird verlangt, wenn es keine Papiere mehr für ein Fahrzeug gibt, wie zum Beispiel Scheunenfunde. Aber auch bei Importfahrzeugen, für die keine EG-Übereinstimmungsbescheinigung vorliegt, also wenn man etwa ein US-amerikanisches Fahrzeug auf deutschen Straßen fahren möchte.

Allerdings, und da wird es für uns noch interessanter, regelt Paragraph 21 auch die Verwendung von Teilen, die für den vorgesehenen Anbau an ein bestimmtes Fahrzeug ursprünglich nicht genehmigt sind. Diese Teile müssen vom Begutachter umfänglich geprüft werden, und das dürfen in Zukunft eben auch KÜS und GTÜ. Bis es tatsächlich so weit ist, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen. Rechtskräftig wird der Beschluss des Bundesrats zum einen erst, wenn er auch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. Zum anderen müssen Prüfer der diversen Organisationen erst entsprechende Schulungen und Prüfungen durchlaufen, bevor sie nach Paragraph 21 begutachten und prüfen dürfen.

Danach aber sieht es im Praxis-Idealfall dann so aus: Schrauber XY war bisher genötigt, die Eintragung seines seitlichen Kennzeichenhalters von TÜV-Prüfer Z vornehmen zu lassen. Der wiederum mag umgebaute Motorräder eigentlich gar nicht oder hat einen schlechten Tag – keine Abnahme, Pech gehabt. Anstatt von TÜV-Stelle zu TÜV-Stelle zu rennen, hat unser Schrauber nun die Möglichkeit, zu jeder anderen zugelassenen Prüforganisation zu gehen und dort vielleicht mehr Verständnis zu erfahren. Und weil auch Prüforganisationen wirtschaftliche Unternehmen sind, die Kunden und damit Kohle brauchen, könnten sich hier und da Prüfer finden, die sich gerne mit Motorrädern auseinandersetzen.

 Nun gibt es natürlich genauso viele Postiv- wie Negativszenarien, wie sich das alles in Zukunft auf uns auswirken könnte. Denn klar ist, wenn Prüfer gefunden werden, die großzügig prüfen, wird sich das schnell rumsprechen und ihr Zulauf wird entsprechend sein. Was wiederum den Mitbewerbern ein Dorn im Auge sein könnte. Eine Mobilmachung gegen die Konkurrenz wäre eine mögliche Folge. Und dass Prüfungen und Begutachtungen auch unter der Neuausrichtung im Nachhinein von Zulassungsbehörden angezweifelt oder in Polizeikontrollen nichtig gemacht werden können, sollte auch klar sein. Aber diese Gefahr haben wir auch jetzt, daher ist dies für uns nicht der entscheidende Punkt an der neuen Gesetzgebung.

Vielmehr sind wir der Meinung, dass Monopole selten hilfreich sind und gerade Machtpositionen mitunter Willkür verursachen. Denn wer kontrolliert das Kontrollorgan, wenn es schalten und walten darf, wie es will? Von diesem Standpunkt aus sehen wir die Abschaffung des Monopols im Hinblick auf § 21 StVZO nur positiv – und jubeln vielleicht bald ausgelassen über viele neue Custombikes, die ohne die Liberalisierung so nie das Licht der Straße erblickt hätten.

Total Liberal Grüsst,
Katharina Weber im Namen des Custombike-Teams

 
Stand:25 March 2019 16:47:01/abo/custombike.html