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BIKERS NEWS

Das Sprachrohr der deutschen Biker- und Rockerszene


Seit über 30 Jahren ist die BIKERS NEWS das Sprachrohr der deutschen Biker- und Rockerszene. Aktuell, unparteiisch und unterhaltsam dokumentieren wir das Clubleben, geben Tipps in Sachen TÜV und Behörden und präsentieren die jüngsten Trends im Custombike-Bau.


BIKERS NEWSSeit 1982 veröffentlicht der Huber Verlag die BIKERS NEWS. Die Zeitschrift versteht sich als Sprachrohr der deutschen Biker- und Rockerszene, ihr Schwerpunkt liegt auf der Berichterstattung über Motorradclubs, ihre Kultur und Philosophie, ihre Bikes und Events.

Mit diesem Konzept richtet sie sich vor allem an Leser aus diesen Kreisen, an Mitglieder von Clubs, aber auch an ungebundene, „freie“ Biker.

Die BIKERS NEWS erscheint monatlich mit einer Druckauflage von etwa 100000 Exemplaren. Alle vier Wochen erfahren die Leser auf über 130 Seiten alles Wissenswerte rund um die Themen Clubleben, Custombikes und Events. Aktuell, unparteiisch und unterhaltsam stellt das BIKERS-NEWS-Team größere und kleinere Motorradclubs aus dem In- und Ausland vor, gibt der Schraubergemeinde praktische Tipps in Sachen TÜV und Technik oder bittet Persönlichkeiten aus Politik und Prominenz zu exklusiven Interviews. Ein großer Serviceteil mit Kleinanzeigen, Händler-News und Terminen macht das Heft zur unverzichtbaren Informationsquelle aller Biker und Rocker. BIKERS NEWS – aus der Szene, für die Szene.

Editorial der aktuellen BIKERS NEWS-Ausgabe

Offene Fragen

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns die Nachricht vom Paukenschlag in Kiel. Dort hat der seit Juni amtierende Innenminister Hans-Joachim Grote die Führungsspitze der Landespolizei gefeuert. Sowohl Landes­polizeidirektor Ralf Höhs als auch Jörg Muhlack, Leiter der Polizeiabteilung im Innenministerium, werden abgesetzt; Thorsten Kramer, der Chef des Landeskriminalamts, geht dagegen in den Ruhestand. Mehr oder weniger freiwillig. Anscheinend zieht Grote damit erste personelle Konsequenzen aus der sogenannten „Kieler Rocker-Affäre“, die das Land seit Monaten in Atem hält. Im Kern geht es dabei um die Vorwürfe zweier Polizisten, ihr Vorgesetzter habe sie daran gehindert, entlastende Aussagen eines Informanten aus der Rockerszene vollständig zu protokollieren. Als sie dagegen protestiert hätten, seien sie gemobbt und gegen ihren Willen versetzt worden. Möglicherweise sollte das seinerzeit laufende Verbotsverfahren gegen den Bandidos MC Neumünster nicht gefährdet werden.

Natürlich bestreitet das Innenministerium einen Zusammenhang. Muss es auch, schließlich hat Grote höchstpersönlich einen Sonderermittler eingesetzt. Der soll die Affäre aufklären, sein abschließender Bericht steht aber noch aus. Außerdem beschäftigen sich derzeit die Landespolizeibeauftragte und die Staatsanwaltschaft mit den Vorwürfen gegen Höhs und Co. Würde Grote den Rauswurf mit der Rocker-Affäre begründen, käme das einer Vorverurteilung gleich – nicht gut, Unschuldsvermutung, Gewalten­teilung und so.

Genauso absehbar war allerdings auch, dass die Opposition ihm genau das nicht abnimmt: Grote sei offenbar unter Zugzwang und habe deshalb bereits jetzt personelle Konsequenzen ziehen müssen, hieß es von der SPD. Doch haben die Sozialdemokraten das Kieler Innenministerium nicht selbst jahre­lang geleitetet? Egal! So läuft das eben in der Politik: Neue Legislaturperiode, neues Glück in der Oppositionsrolle.

Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich die Affäre noch nicht gänzlich durchschauen. Ziemlich sicher ist, dass bei der Polizei in Schleswig-Holstein einiges im Argen liegt. Und dass viele Fragen im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den Bandidos MC noch offen sind.

Absolut sicher ist dagegen, dass die Innen­minister aus allen Parteien und Himmelsrichtungen mit ihrem heiligen Krieg gegen die Rocker auf Stimmenfang sind. Vor diesem Hintergrund ist natürlich die Frage interessant, warum Grote seine Polizeiführung ausgerechnet jetzt gefeuert hat – er wurde ja gerade erst gewählt. Vielleicht als Bauernopfer, um der Debatte über die tieferliegenden Ursachen der Affäre in der Struktur von Polizei und Innenministerium aus dem Weg zu gehen? Warten wir’s ab, der Fisch stinkt jedenfalls meistens vom Kopf her – auch in Kiel.

Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur
Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur
 

Hier könnt ihr den Artikel „Die Rocker-Affäre von Kiel“ aus der BIKERS NEWS 10-17 nachlesen: 

https://tinyurl.com/affaere-kiel
Stand:20 November 2017 03:21:03/produkte/magazine/bikers%20news.html