CUSTOMBIKE

Das Magazin für Umgebaute Motorräder


CUSTOMBIKE versteht sich seit über 20 Jahren als DAS Magazin für umgebaute Motorräder. Wir präsentieren vom Low-Budget-Bike des Privatschraubers bis hin zum High-End-Custom vom Profi alles, was sich auf zwei Rädern bauen lässt. Marken- und stilunabhängig ist das Magazin CUSTOMBIKE niemandem außer seinen Lesern verpflichtet.

CUSTOMBIKECUSTOMBIKE, Deutschlands großes Magazin für exklusive Motorräder und Umbauten, erscheint seit 1992. In beeindruckenden Bikeporträts stellt das Magazin topaktuelle Custombikes vor und zeigt die neuesten Szenetrends.

Der große Technik- und Ratgeberteil informiert über aktuelles Zubehör, innovative Motorradtechnik und gibt wertvolle Praxistipps zum Thema Motorrad und Customizing. 

CUSTOMBIKE berichtet über deutsche und internationale Szene-Events. Im Terminkalender findet der Leser wichtige Infos zu bevorstehenden Topveranstaltungen. Weitere Themen sind Personalities, spektakuläre Motorradreisen und Berichte zum Thema Motorradumbau und der aktuellen Rechtslage.

Editorial der aktuellen CUSTOMBIKE-Ausgabe

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Stellungnahme zur CUSTOMBIKE-Ausgabe 6-19
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Wie unschwer zu erkennen ist, haben wir für den Druck unserer aktuellen Ausgabe 6-19 ein anderes Papier als gewohnt verwendet. Dies geschah nicht aus Kostengründen oder wegen des Umweltschutzes, sondern schlicht, weil wir dem Heft eine neue Haptik geben und etwas Gutes für unsere Leser tun wollten.

Natürlich haben wir das Papier im Vorfeld geprüft und uns mit der zu erwartenden Druckqualität auseinandergesetzt … und wir waren guter Dinge, bis wir die fertige Ausgabe in den Händen hielten. Uns hat die schlechte Druckqualität genauso getroffen wie euch jetzt, denn mit diesem Ergebnis hatten wir, ehrlich gesagt, überhaupt nicht gerechnet.

Das ist nicht der Qualitätsanspruch, den wir an unser Magazin haben und den unsere Leser zu Recht von uns erwarten dürfen. Eure E-Mails, Kommentare und Anrufe, die uns erreicht haben, bestätigen das eindringlich.
Wir wissen, dass wir mit diesem Versuch offensichtlich einen falschen Weg eingeschlagen haben, wenn auch ohne irgendeine böse Absicht, ganz im Gegenteil. Mit der Ausgabe 7-19 werden wir das umgehend korrigieren und zur gewohnten und von euch geschätzten Qualität zurückkehren, die sich bisher auch in den Fotos eurer Umbauten widergespiegelt hat.

Für die euch vorliegende Ausgabe können wir das leider nicht mehr ändern, hoffen aber trotzdem, dass ihr dem wie immer mit vollem Herzblut erstelltem Inhalt eine Chance gebt.

Es grüßt das CUSTOMBIKE-Team


CUSTOMBIKE-Magazine




Influencer, bis vor ein paar Jahren gab es dieses Wort noch gar nicht. Aber dann fluteten Menschen die sozialen Netzwerke, die sich selbst als eben solche »Einflussnehmer« bezeichneten. Ganze Industriezweige nahmen das dankbar an, das Influencer-Marketing war geboren, besonders Instagram wurde der Spielplatz der neuen Werbestrategien. Das Ganze funktioniert recht einfach, du brauchst nur einen Instagram-Account mit ein paar tausenden Lemmingen, die dir und deinen Bildern folgen, und schon bezahlt dich die Industrie dafür, ihre Produkte auf deinem Account zu platzieren und als »persönliche Empfehlungen« der Masse anzupreisen. Und das klappt wohl so gut, dass Horden von 12-Jährigen heute auf die Frage nach ihrem Berufswunsch antworten: «Ich will Influencer werden.« Alternativ auch gern Youtube-Star – Feuerwehrmann, Polizist oder Pilot, vergesst es, darauf haben Teenies von heute keinen Bock mehr.

Das alles könnte uns ja eigentlich egal sein, wenn der Influencer nun nicht auch die Motorradwelt erreicht hätte. Und so passiert es zunehmend, dass selbsternannte Internetkoryphäen Teile- und Zubehörfirmen kostenlos Parts aus den Rippen leiern wollen. So meldet sich zum Beispiel ein Typ – er postet regelmäßig Bilder seiner seriennahen Yamaha R1 auf Instagram – bei einer anerkannten, deutschen Teile-manufaktur, prahlt mit seinen 100.000 Followern und hätte da gern eine »Kooperation«. Dagegen sind die fast harmlos, die »nur« einen Kennzeichenträger verlangen, um ihn auf ihrem Account zu präsentieren. Tatsächlich sind diese Geschichten wahr, die entsprechenden Anfragen an die Firmen liegen uns vor. Ehrlich, wir können über diese Jungs nur schmunzeln, denn sie haben noch nicht verstanden, was echter Einfluss in unserer Customwelt bedeutet.

Arlen Ness hatte keinen persönlichen Instagram-Account. Er brauchte ihn auch nicht, denn sein Einfluss auf unsere Industrie war so viel größer als der, den irgendwelche Jungspunde sich anmaßen, zu haben. Arlen Ness hatte früh Visionen – von Motorrädern, von Customparts, von einer ganzen Industrie drumrum. Er, der Möbelpacker aus Kalifornien, fing vor einem halben Jahrhundert an, sie konsequent umzusetzen. Er baute Meilensteine der Customgeschichte und begründete in wesentlichen Teilen die Aftermarket-Industrie, als es das Wort Aftermarket noch gar nicht gab. Legende, König, Godfather, Ikone – zu seinem Tod und darüber hinaus wird Arlen Ness mit diesen Worten benannt werden. Wir ehren ihn in dieser Ausgabe mit einem umfangreichen Porträt und zeigen euch außerdem fünfzig Motorräder aus fünfzig Jahren Customleben (ab Seite 92).
Nun muss man kein Arlen Ness sein, um Einfluss zu nehmen. Was er im Großen geschaffen hat, gelingt durchaus auch im Kleinen. Aber anstatt sich ein paar Teile zusammenzuschnorren, empfehlen wir den ganzen Internet-Customizern doch einfach mal, was Cooles zu bauen, damit auf ein Treffen zu fahren und Leute zu begeistern, die dann wiederum was Schönes bauen. So nämlich funktioniert Einfluss in der Customszene schon seit vielen Jahren, und so mögen wir es auch am liebsten. Ganz insgeheim warte ich trotzdem auf den Tag, an dem ein junger, hipper Influencer bei einem Oldschool-Customizer in der Werkstatt nach einer Kooperation fragt. Er könnte durchaus ein paar Schellen kassieren. Und die können manchmal auch einen positiven Einfluss haben.

ganz oldschool grüßt,
Katharina Weber
im Namen des CUSTOMBIKE-Teams

Stand:20 May 2019 06:26:38/produkte/magazine/custombike.html