CUSTOMBIKE

Das Magazin für Umgebaute Motorräder


CUSTOMBIKE versteht sich seit über 20 Jahren als DAS Magazin für umgebaute Motorräder. Wir präsentieren vom Low-Budget-Bike des Privatschraubers bis hin zum High-End-Custom vom Profi alles, was sich auf zwei Rädern bauen lässt. Marken- und stilunabhängig ist das Magazin CUSTOMBIKE niemandem außer seinen Lesern verpflichtet.

CUSTOMBIKECUSTOMBIKE, Deutschlands großes Magazin für exklusive Motorräder und Umbauten, erscheint seit 1992. In beeindruckenden Bikeporträts stellt das Magazin topaktuelle Custombikes vor und zeigt die neuesten Szenetrends.

Der große Technik- und Ratgeberteil informiert über aktuelles Zubehör, innovative Motorradtechnik und gibt wertvolle Praxistipps zum Thema Motorrad und Customizing. 

CUSTOMBIKE berichtet über deutsche und internationale Szene-Events. Im Terminkalender findet der Leser wichtige Infos zu bevorstehenden Topveranstaltungen. Weitere Themen sind Personalities, spektakuläre Motorradreisen und Berichte zum Thema Motorradumbau und der aktuellen Rechtslage.

Editorial der aktuellen CUSTOMBIKE-Ausgabe

Die Menschen sind ganz schön flexibel geworden, weil ja auch alle sagen, wir müssen flexibel sein. Die Arbeitswelt fordert das, die Politik fordert das, das Internet fordert das auch. Selbst bei Motorrädern sollen wir flexibler sein, uns mit ABS und Umwelt und Elektro und all dem Kram auseinandersetzen, wo das doch für uns tatsächlich gar nicht notwendig ist. Diese ganze Flexibilität hat unter anderem dazu geführt, dass wir heute sein können, was wir wollen, auf Knopfdruck sozusagen. Wir wechseln unsere Szenezugehörigkeit wie unsere Facebook-Freunde, »Choppers for Life« gilt da nur noch für einen Bruchteil derer, die sich heutzutage der Customszene zugehörig fühlen.

Früher, da war die Sache klar: Lässige Motorradevents gab es quasi nur bei den Rockerclubs, die Karren mussten schwarz und böse sein, die Fighterjungs sind Fighter gefahren, die Chopperjungs Starrrahmen und lange Gabel – gemeinsam hatten sie nur nur einen geliebten Feind, den TÜV. Sonst jeder wie er mag. Und heute? Heute macht jeder alles, Trends bestimmen bei nicht wenigen die Wahl des Motorrades. Cafe Racer werden zum Schaulaufobjekt gehypt, also meint jeder, er müsse jetzt Zweiventil-BMWs umbauen und Achtelmeilesprints fahren. Save the Choppers wird zum Leitspruch einer eingeschworenen Gemeinschaft, also bauen auch Leute plötzlich Chopper, die sich die unfahrbaren Dinger mit ihrer bekackten Geometrie vor zehn Jahren noch in die Wüste gewünscht haben. 

Und dann die Klamotten, über die sich der ein oder andere Szenegänger definiert. Dieser selbstauferlegte Dresscode hat mich schon öfter zum Schmunzeln gebracht. Früher, da trugen die Leute ’ne Jeanskutte oder Lederjacke, ’ne abgefuckte Hose, Bundeswehrstiefel und irgendeinen Helm. Heute habe ich den Eindruck, dass so mancher sich mehr Gedanken um sein Outfit als um sein Bike macht. Aber entweder du bist ein leidenschaftlicher Ton-up-Boy, Fighterjunge oder Choppertyp oder du bist es halt nicht. Gekaufter Style funktioniert nur begrenzt, in jeder Szene. Was übrigens nicht heißt, dass nicht jeder, der Bock drauf hat, ein Custombike fahren oder am ihm schrauben soll. Aber bitte nicht nach dem ersten eigenen Umbau schon so tun, als hätte man Öl und Benzin schon mit der Muttermilch aufgesogen. 

Zumal es eben jene Lebensgeschichten gibt, die zeigen, dass Beständigkeit in einer schnellen Welt durchaus ihren Reiz hat. Denn es gibt sie noch, jene »alten« Customizer, die mit dem ganzen Kram überhaupt erst angefangen haben und auch den jungen Kerlen viele Wege ebneten. Die stabil und geradeaus seit Jahren ihre Bikes bauen, mit denselben Eigenheiten, denselben Klamotten und denselben gradlinigen Vorstellungen wie schon vor zwanzig Jahren. Und auch, wenn diese Männer mittlerweile um die fünfzig und vielleicht hier und da etwas ruhiger geworden sind, so prophezeie ich ihnen, dass sie immer noch da sein werden, wenn so mancher heutige Szenegänger schon wieder dem nächsten Trend hinterherrennt. »Ich will ein Customizer für die kleinen Leute sein«, sagte mir Volker Löhning während der Arbeit am Porträt über ihn und seine Firma (ab S. 60). Ich finde das so symphatisch, bodenständig und echt, dass es die Seiten, die wir in dieser und in zukünftigen Ausgaben für die alte Garde der deutschen Customizer einplanen werden, mehr als rechtfertigt. Wir hoffen, ihr seht das genauso.


Mit Vorfreude auf die Saison grüßt,
Katharina Weber 
im Namen des CUSTOMBIKE-Teams

Stand:21 March 2019 04:23:17/produkte/magazine/custombike.html